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Verein zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften e.V.

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Lomonossow

Russische Gäste besuchten die Feldbergschule

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Oberursel (ow). Alena, Florian, Mohsini und 17 weitere Schüler der Klasse 10i der Feldbergschule Oberursel konnten es kaum mehr erwarten, den Gästen der Bürgerreise aus der Oberurseler Partnerstadt Lomonossow ihre Schule und ihre Ausbildungsbetriebe vorzustellen.

Seit Wochen hatten sie sich unter der Leitung ihres Lehrers Heiko Rohde gründlich auf den Besuch der neun russischen Gäste vorbereitet: Präsentationen über das deutsche Bildungssystem und die duale Berufsausbildung waren erstellt worden, das Programm für diesen Tag, vom Abholen der Gäste am Bahnhof in Oberursel bis zum Anfertigen von Namenskärtchen mit den verschiedenen Ausbildungsunternehmen. Die Vorträge und die Führung durch die Feldbergschule und sogar das Kaffeekochen, alles war von den Schülern in der Schule und in ihrer Freizeit perfekt vorbereitet worden. Zunächst wurden die Gäste von Schulleiter Gerd-Alexander Portz begrüßt, der den interessierten Gästen, die meisten im Alter zwischen 25 und 28 Jahren, das umfangreiche Bildungsangebot der Feldbergschule vorstellte.

Auch der Ausbildungsbetrieb "Rolls Royce Deutschland" war mit im Boot, denn ein Schüler der Klasse 10i wird in diesem Oberurseler Betrieb zum Industriekaufmann ausgebildet. Grundidee' war es, den Gästen die Zusammenarbeit zwischen schulischem und betrieblichem Lernort zu vermitteln.

Personalreferentin und Ausbilderin Jutta Platen von Rolls Royce Deutschland war schnell überzeugt, und so konnten die beiden Auszubildenden sowohl 'ihren Mitschülern als auch ihrem Lehrer und den neun russischen Gästen die Lehrwerkstatt und das Rolls Royce-Museum zeigen. Unterstützt wurden sie dabei vom pensionierten RR-Mitarbeiter, Herrn Auersch, dessen Führungen das uneingeschränkte Interesse aller Beteiligten auf sich, zog. Abschließend wurde die gesamte Gruppe zum Mittagessen in die Werkskantine von Rolls Royce eingeladen und im Anschluss daran nahmen alle an einer Werksführung teil. ,,Es hat mich glücklich gemacht, dass unser Programm bei den russischen Gästen so gut angekommen ist", schwärmte' Anastasia, die selbst aus Russland stammt und den Gästen bei der Schul- und Unternehmensbesichtigung auf Russisch die eigenen Erfahrungen vermitteln konnte. Es war faszinierend, etwas über die Verknüpfung des Schul- und Bildungssystems mit der praktischen Ausbildung im Betrieb zu erfahren", sagte Olga Morosova, Juristin aus St. Petersburg.

Die Gäste hatten auch konkrete Fragen zum ,,Dualem Ausbildungssystem" mit den beiden Ausbildungsorten Schule und Betrieb; denn so etwas kennt man in Russland nicht. Doch auf solche Fragen waren die Schüler gut vorbereitet und konnten äußerst kompetent antworten.

"Das war eine wertvolle Erfahrung für die Klasse. Im Juli kommt ein Berufsschullehrer aus der hessischen Partnerprovinz Alberta (Kanada) an 'die Feldbergschule. Nach den. jetzigen positiven Erlebnissen haben sich einige Schüler bereit erklärt, diesem Kollegen das deutsche Ausbildungssystem in einer Kurzvorstellung auf Englisch zu erklären", schmunzelt Heiko Rohde, der nicht nur Wirtschaftskundelehrer, sondern auch Mitglied im Förderverein der Oberurseler Städtepartnerschaften ist und bestimmt noch öfter Schüler für solche Aufgaben begeistern wird.

Aus: Oberurseler Woche, 29. Juni 2006, S. 15

Die Teilnehmer der Buergerreise in der Oberurseler Altstadt

 

Lomonossower begeistert von Oberursel

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Voll von neuen Eindrücken kehrten am 15. Juni 2006 dreiunddreißig Bürgerinnen und Bürger aus Lomonossow aus ihrer Partnerstadt Oberursel wieder nach Hause zurück. Organisiert hatte den einwöchigen Aufenthalt der Verein zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften. Im Mittelpunkt stand der Besuch der Brunnenfests und der damit verbundenen Ereignisse.

Diese dritte Bürgerreise der Lomonossower nach Oberursel sollte ein großes Erlebnis für alle Beteiligten werden und langlebige Freundschaften begründen, hatte sich der Lomonossow-Ausschuss des Vereins vorgenommen. Deshalb wurden sie wieder privat untergebracht, häufig bei Gastgebern, die sie im vergangenen Jahr selbst beherbergt hatten, und jeder Tag war voll mit interessanten Eindrücken. Dazu gehörten Besuche in Bad Homburg, Frankfurt, auf der Saalburg, im Reingau mit dem Kloster Eberbach und Eltville, in Oberursel beim Internationalen Bund, dem Bauhof, der Feldberg- und der Waldorfschule und bei Rolls Royce. Bürgermeister Hans-Georg Brum, der selbst einen Gast zu Hause aufgenommen hatte, gab einen Empfang im Rathaus und lud zum Mittagessen ein.

Teil der Lomonossower Besuchergruppe waren wieder der Musiklehrer Alexander Gubarewitsch mit seinen Töchtern Nadeschda und Swetlana. Sie sangen auf der Bühne des Europadorfes und bei verschiedenen offiziellen Gelegenheiten, unter anderem vor den offiziellen Gästen des Brunnenfestes und nach der Stadtverordnetenversammlung am 14. Juni.

Der Lomonossower Besuch stand auf russischer Seite unter Leitung von Marina Achromowa, auf deutscher unter der des Lomonossow-Ausschusses des Partnerschaftsvereins, besonders Cäcilia Bind, Adolf Janich, Carsten Jörges, Christian und Birgit Röher, Heiko Rohde, Peter und Renate Schinn, und Hansjörg Schlegel. Koordinierend waren auch die Ausschussvorsitzende Dr. Roswitha Rietschel-Kluge und der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Rainer Hoffmann, aktiv.

Zur Verabschiedung im Heim des Turnvereins Bommersheim kam auch Stadtverordnetenvorsteher Dr. Martin Heubel, der einen Teil der Gäste am 14. Juni bei der Stadtverordnetenversammlung begrüßt hatte. Für die Bewirtung der zahlreich erschienenen Freunde, Gastgeber und Gäste sorgten in bewährter Weise Ingeborg und Winfried Schmidt.

Für die meisten Gäste war es der erste Besuch in Oberursel, viele waren aber schon zum wiederholten Male in der Taunusstadt, und den übrigen gefiel es so gut, dass sie wiederkommen wollen. Im nächsten Jahr wollen die Oberurseler den Besuch erwidern.

 

Nach 46 Stunden im Bus geht’s auf Torejagd

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Von Sebastian Semrau

Oberursel. "Jetzt wollen sie nur noch kicken", sagte Dr. Roswitha Rietschel-Kluge, Vorsitzende des Lomonossow-Ausschusses des Vereins zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften. Gemeint waren 13 jugendliche Fußballer aus der russischen Partnerstadt, die anlässlich des 39. Internationalen D-Junioren-Fußballturniers des Sportclubs Eintracht Oberursel am Mittwochabend in der Brunnenstadt eintrafen. "Mit 46 Stunden Fahrtzeit ging die Busfahrt diesmal richtig schnell", war die Direktorin des Sportstadions und des Sportclubs von Lomonossow, Irina Andrianowa, zufrieden. Trotzdem war eine solch lange Zeit in einem Linienbus, der von Sankt Petersburg nach Frankfurt fährt, für die 12- und 13-Jährigen eine anstrengende Sache.

Bereits zum vierten Mal nimmt damit nun eine Mannschaft aus Lomonossow am Pfingstturnier der Eintracht, das am kommenden Wochenende (von 9.30 Uhr an) stattfindet, teil. Besonderen Aufwand betreiben auch die beiden Trainer der russischen Kinder, Sergey Trofimov und Sergey Pudenkov. "Sie haben unbezahlten Urlaub genommen und müssen die Kosten für die Reise selbst tragen", freute sich Andrianowa über das Engagement der jungen Männer. Aber auch die Spieler mussten für ihre Kosten selbst aufkommen. "Wir haben alle Anstrengungen unternommen, um die Kontakte zum Ausland zu pflegen", betonte Andrianowa.

Außer Fußball stand für gestern Mittag auch ein Besuch der Russisch-Klasse an der Waldorf-Schule auf dem Programm. "Wir machen noch einen Stadtrundgang in Oberursel und fahren eventuell nach Frankfurt", verriet Rietschel-Kluge, die seit sechs Jahren Russisch lernt. Für die Jugendlichen steht das runde Leder aber klar im Mittelpunkt.

"Es ist toll, dass der Partnerschaftsverein sich um Verpflegung und Unterbringung der Jugendlichen kümmert", sagte die Kassiererin der Eintracht, Marion Karl. Der Partnerschaftsverein bedankte sich ebenfalls – dafür, dass die Partnerstädte in das Turnier einbezogen werden. "Unser Dank geht außerdem an die Stadt für das Quartier im Haus Bommersheim und an die Vereine, die solange auf das Haus verzichten müssen", so Rietschel-Kluge, die zusammen mit Andrianowa auch das Essen kocht. "Die Kinder essen am liebsten einfache Dinge wie Kartoffeln", berichtete Rietschel-Kluge, die von den Erfahrungen der vergangenen Jahre profitiert: "Spargel haben sie beispielsweise gar nicht angerührt."

Freuen würde sich Andrianowa auch über einen deutschen Gegenbesuch, aber ein entsprechendes Turnier gibt es in Lomonossow bisher nicht. "Es wären auch Freundschaftsspiele möglich", schlug der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Dr. Christoph Müllerleile, vor. "Auch wenn die Plätze bei uns schlecht sind, wären die Deutschen gerne gesehen", so Andrianowa.

Nun steht aber erst einmal das Pfingstturnier auf dem Programm. "Leider ist es schwieriger geworden, Mannschaften aus dem Ausland dafür zu gewinnen, weil die Zuschüsse geringer geworden sind", berichtete Karl. Ohne die Partnerschaftsvereine wäre es kaum noch möglich. "Den Besuch der Spieler aus Epinay unterstützt der dortige Partnerschaftsverein", so Müllerleile. Außerdem kommt noch eine Mannschaft aus Luxemburg, deren Spieler genauso wie die Backnanger in einer Turnhalle übernachten. Bei Familien untergebracht sind die Spieler von Tennis Borussia Berlin.

Aus: Taunus Zeitung 02.06.06

Das Team aus LomonossowDie Mannschaft aus Epinay

 

Rollstühle für behinderte Menschen in Lomonossow

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Ein Gemeinschaftsprojekt des Vereins zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften e.V. und des IB Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit.

Vor einigen Wochen fragte Frau Angela Behrs von der Stadtresidenz beim Partnerschaftsverein an, ob gebrauchte Rollstühle, die sich im Keller der Residenz angesammelt hatten, eventuell für unsere russische Partnerstadt gebraucht würden. Erfahrungen und Erkundigungen erbrachten zunächst die Erkenntnis, dass der Transport durch eine Spedition zu teuer würde und in Russland mit Zollproblemen zu rechnen ist. Dies schien zunächst gegen so ein Projekt sprechen.

Marina Achromowa, die Vorsitzende des Lomonossower Partnerschaftsvereins, war dagegen der Meinung, dass man jede Anstrengung unternehmen sollte, die Rollstühle nach Russland zu schaffen, da dort der Bedarf außerordentlich groß sei. Behinderte Menschen hätten so gut wie keine Möglichkeit, einen Rollstuhl zu erwerben oder irgendwoher finanziert zu bekommen. Die Einkommen sind zu klein, und die Rollstühle zu teuer. Krankenversicherungen, die solche Hilfen bezahlen, gibt es nicht.

Also griffen wir zu. Gemeinsam mit Frau Behrs und dem IB räumten wir den Keller der Residenz aus und schafften insgesamt sechs Rollstühle und eine Menge Zubehör in die Ecke einer Tiefgarage. Dann dachten wir über den Transport nach. Wir hatten schon vor einiger Zeit einem Gast aus Lomonossow, der nur wenig Gepäck dabeihatte, kurzerhand ein Fahrrad mitgegeben, und das war ohne Probleme als Fluggepäck mitgenommen worden. Worin unterscheidet sich eigentlich ein Rollstuhl von einem Fahrrad? Beide bestehen aus zwei Rädern und einer sie verbindenden Metallkonstruktion. Auch das Gewicht ist ähnlich.

Also machten wir einen Test: Einer der Rollstühle wurde gereinigt, repariert, zusammengeklappt und das flache Paket mit Plastikfolie fest umwickelt. Unser Schatzmeister Carsten Jörges plante eine Reise nach St. Petersburg. Er erklärte sich bereit, das unhandliche Paket als Reisegepäck mitzunehmen. Hätte es nicht geklappt, hätte einer von uns den Rollstuhl vom Flughafen wieder mit nach Hause genommen. Aber das erwies sich nicht als nötig.

In St. Petersburg wurde Carsten Jörges am 24. März 2006 schon sehnsüchtig erwartet. Das Geschenk aus Deutschland kam unerwartet – wie ein Geschenk des Himmels – wie die Mutter des behinderten jungen Mannes Igor Pachomow, Walentina Iwanowna Pachoma, bei der Übergabe des Rollstuhls durch die Vorsitzende des Elternvereins "Mosaika", Tatjana Saschina, am nächsten Tag ausrief. Die übrigen Rollstühle aus der Tiefgarage werden auch bald nach Lomonossow fliegen, denn es werden in den nächsten Wochen mehrere Reisegruppen zwischen Oberursel und Lomonossow unterwegs sein, und da wird immer der eine oder andere Rollstuhl im Fluggepäck sein.

Jetzt geht es um den Nachschub. Wir suchen Oberurseler Bürger, in deren Keller eventuell noch ein Rollstuhl steht und hoffentlich noch nicht so bald wieder gebraucht wird. Es kommen auch Seniorenheime in Frage, die nicht wissen, wohin mit den Rollstühlen. Wir bitten die Besitzer, zu überlegen, ob sie sich entschließen könnten diesen Rollstuhl dem Partnerschaftsverein zu spenden, damit er sich ebenfalls in ein „Geschenk des Himmels“ verwandeln kann. Wer so einen Rollstuhl entbehren kann, soll sich bei Frau Dr. Roswitha Rietschel-Kluge, Telefon 06171-56163, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. melden.

Tatjana Saschina, Vorsitzende des Vereins „Mosaika“ in Lomonossow, schreibt uns:

"Igor Pachomow, geb. 1977, lebt bei seinen Eltern. Ein Schulbesuch war nie möglich, da er von keiner Schule aufgenommen wurde. Er leidet an einer zerebralen Bewegungsstörung (Lähmung) und außerdem an einer Sprachstörung. Das einzige Fenster zur Welt ist für ihn der Fernseher. Er beobachtet das Fernsehprogramm aufmerksam, obwohl er nicht sprechen kann. Der Rollstuhl bedeutet für ihn viel. Jetzt können seine Eltern mit ihm ins Freie fahren. Er liebt Ausfahrten sehr. Als er einmal zur Kur in einem Ferienheim war, wurde er öfters mit einem Rollstuhl ausgefahren, und das hat er sehr genossen. Igor versteht, dass er nicht so ist wie die anderen. Deshalb hat es ihn sehr aufgeregt, als man ihn mit seinem Rollstuhl fotografieren wollte. Er hatte Angst, dass er nicht gut aussieht. Schließlich hat er die Prozedur aber mit Humor über sich ergehen lassen.

Walentina Iwanowna Pachoma, Igors Mutter dankt den deutschen Freunden für den geschenkten Rollstuhl.

Die Mitglieder des Vereins „Mosaika“ danken dem Lomonossower Partnerschaftsverein 'Kalinka' und dessen Vorsitzender Marina Achromowa für die Vermittlung bei der Beschaffung des Rollstuhls. Sie danken auch den deutschen Freunden des Vereins zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften und besonders Frau Dr. Roswitha Rietschel-Kluge und den anderen Freunden aus Oberursel, sowie den Freunden vom IB, die den behinderten Kindern von Lomonossow geholfen haben."

Ein zusammengefalteter und verpackter Rollstuhl steht zum Abtransport bereitTatjana Saschina, vorne, Vorsitzende des Vereins Mosaika in Lomonossow, und Vereinsmitglied Swetlana Maslowa uebergeben den Rollstuhl an Igor Pachomow

 

IB plant Werkstätte in Lomonossow

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Von Michael Neumann Oberursel.

Dass behinderte Menschen in Oberursels russischer Partnerstadt in naher Zukunft in einer Werkstätte beschäftigt werden können, diesen Traum hat der Internationale Bund (IB) Behindertenhilfe. Auf dem Weg, ihn zu verwirklichen, ist der IB bei einem Arbeitstreffen in der Partnerstadt Ende Januar einen großen Schritt weitergekommen.

Mit nach Lomonossow gereist waren Erster Stadtrat Dieter Rosentreter (FDP) und der Leiter des Geschäftsbereiches Soziales, Kultur und Sport, Peter Hartmann, die mit ihren Kollegen von der Verwaltung in Lomonossow die Reise einer Oberurseler Wirtschaftsdelegation im September dieses Jahres vorbereiten wollten.

Bereits seit dem Jahr 2003 bestehen Kontakte zwischen dem IB und der Elternvereinigung Mosaika, einem Zusammenschluss von Eltern mit behinderten Kindern. Wie IB-Geschäftsführer Udo Keidel-George gestern berichtete, gab es vor zwei Jahren einen achttägigen Fachkräfteaustausch zwischen Mosaika und der IB Behindertenhilfe, bei dem sowohl die Elternorganisation als auch einige behinderte Kinder die Arbeit des IB Hochtaunus kennen lernen konnten. «Die Gäste konnten viele Ideen für ein bedarfsgerechtes Projekt in Lomonossow mitnehmen», sagte Keidel-George.

«Eine Behinderteneinrichtung gibt es bis jetzt in Lomonossow nicht», informierte IB-Bereichsleiterin Anna Weckler. Leider sei es noch immer so, dass Väter von behinderten Kindern ihre Frauen verlassen würden. Und die Kinder würden weggesperrt, seien auf der Straße nicht zu sehen. Umso schwieriger sei es, ein solches Projekt in der Partnerstadt zu realisieren. Den Verein Mosaika gebe es bereits seit zehn Jahren, er habe aber bisher nichts erreichen können.

Der starken Unterstützung durch die Stadt Oberursel, vertreten durch Dieter Rosentreter und Peter Hartmann, sei es zu verdanken, dass es in den Köpfen der verantwortlichen Politiker von Lomonossow inzwischen ein Umdenken gegeben habe. Keidel-George: «Dass die Stadt Oberursel sehr deutlich gemacht hat, dass sie hinter diesem Projekt steht, hat uns sehr geholfen.»

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Gespräche zwischen der Stadt Oberursel, der Behindertenhilfe sowie Vertretern der Bezirksverwaltung Petrodworez, des Munizipalrats und der Elternvereinigung zur Vorbereitung des Vorhabens gegeben. Beim jetzigen Besuch wurde laut Keidel-George vereinbart, dass die Behindertenhilfe in Kooperation mit der Stadt Oberursel gemeinsam mit der Bezirksverwaltung Petrodworez und dem Verein Mosaika bei der Europäischen Union einen Finanzierungsantrag für den Aufbau einer Tagesstätte für Behinderte noch in diesem Jahr stellen wird.

Wichtig für die Antragstellung sei, dass in Lomonossow ein für eine Werkstätte geeignetes Gebäude zur Verfügung gestellt und dass ein Konzept für die Tagesstätte vorgelegt werde. Das Gebäude scheint bereits gefunden. «Die Bezirksverwaltung besitzt nahe dem Marktplatz ein Haus und will es nach einer Renovierung der Elternvereinigung mietfrei zur Verfügung stellen», sagte Keidel-George. Das Haus befinde ich in zentraler Lage direkt neben dem Sozialzentrum von Lomonossow. Die Vertreter von Mosaika und der Vorsitzende des Munizipalrates, Alexander Mischutkin, seien vom Projekt begeistert. Der IB konnte bereits eine Bauzeichnung des Gebäudes mitnehmen, was bei der Planung der Werkstätte hilfreich sein wird.

Bereits in der ersten Maiwoche wird es in Oberursel wieder einen Meinungsaustausch zwischen den Fachkräften des IB und der Stadtverwaltung Lomonossow geben, mit dem Ziel, ein Konzept für das Behindertenprojekt zu erarbeiten. Im Anschluss daran soll der Antrag an die EU gestellt werden. «Wir sind sehr optimistisch, dass der Antrag anerkannt wird», so Keidel-George. «Vielleicht noch in diesem Jahr.»

Mit den Geldern soll vor allem die Einrichtung der Werkstätten mit Maschinen finanziert werden. Zuschüsse der Europäischen Union würden im Übrigen nicht an die Verwaltung von Lomonossow fließen, sondern ausschließlich an einen Trägerverein.

Aus: Taunus-Zeitung vom 3. März 2006

 


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