Oberursel/Rushmoor, 3. Mai 2003 - Keine Veränderungen in der parteipolitischen Zusammensetzung des Rushmoorer Stadtrates haben die Kommunalwahlen vom 1. Mai gebracht. Die Bürger in Oberursels englischer Partnerstadt konnten zum ersten Mal auch per Internet wählen. Mehr als 2000 haben davon Gebrauch gemacht.
Wie der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Dr. Christoph Müllerleile, berichtete, standen am vergangenen Donnerstag ein Drittel der Stadträte der Partnerstadt zur Neu- oder Wiederwahl an. Im Gegensatz zu anderen britischen Städten haben die kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak in der militärisch vorgeprägten Kommune zu keinem politischen Erdrutsch geführt. In Oberursel bekannte Persönlichkeiten wie die ehemaligen Bürgermeister Charles Choudhary von den Konservativen und Brian Jupp von den Liberaldemokraten wurden wiedergewählt.
Die Wahlbeteiligung betrug in den vierzehn Wahlkreisen bei bis zu 39,4 Prozent und war etwas höher als sonst bei den jährlich stattfindenden Kommunalwahlen. Das lag zum Teil an der unter der Bezeichnung "i-Vote" gegebenen Möglichkeit der Abstimmung per Internet. Rushmoor gehörte zu den wenigen von der Regierung für diesen Pilotversuch ausgewählten Kommunen.
Wer elektronisch abstimmen wollte, musste beim Wahlleiter bis eine Woche vor der Wahl einen Zugangscode beantragen und konnte dann vom 25. April bis zum 1. Mai seine Stimme von jedem beliebigen Internetterminal aus abgeben. Daneben war weiter die Möglichkeit der persönlichen Stimmabgabe im Wahllokal, der Briefwahl und der Stimmrechtsübertragung auf eine Vertrauensperson gegeben. Wer per Internet abstimmte, sah auf dem Bildschirm einen Stimmzettel wie im Wahllokal vor sich und konnte auf den gewünschten Kandidaten klicken. Auch bestand die Möglichkeit, den Stimmzettel ohne Votum abzugeben. Doppelte Stimmabgaben oder das Ankreuzen mehrerer Kandidaten wurden vom System verhindert.
Die Legislaturperiode des Rushmoor Borough Council dauert vier Jahre. Aus jedem Wahlkreis werden drei Bewerber in den Stadtrat gewählt. Die Stadträte mit den wenigsten Stimmen in ihrem Wahlkreis scheiden schon nach einem Jahr wieder aus und müssen sich zur Wiederwahl stellen, wenn sie weitermachen wollen. Ein Jahr länger amtieren dürfen die Zweitplatzierten. Nach einem weiteren Jahr sind die Erstplatzierten dran. Danach herrscht zwei Jahre Wahlpause. Mit Ablauf der vierjährigen Legislaturperiode endet die Amtszeit aller Stadträte. Der Stadtrat wird dann, also 2006, wieder komplett neu gewählt.





