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Verein zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften e.V.

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Kalinka wartet auf die Brunnenstadt

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Von Christine Schöning

Oberursel. "Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen" dieses Sprichwort hat zwar schon einen langen Bart, stimmt aber immer noch. Dr. Christoph und Elisabeth Müllerleile sind gerade von einer Reise nach Lomonossow in Russland zurückgekehrt und sind noch voller Eindrücke.

Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Oberurseler Städtepartnerschaften und seine Frau sind gemeinsam mit vier Stadtverordneten, Vereinsvertretern und Privatleuten nach Lomonossow bei St. Petersburg gefahren. Ziel der Erkundungsreise war es für die insgesamt 22 Personen aus der Brunnenstadt, herauszufinden, ob dauerhafte partnerschaftliche Beziehungen mit der russischen Ostseestadt geknüpft werden können. Die Bereitschaft und auch die organisatorischen Fähigkeiten müssen auf beiden Seiten gegeben sein, sonst lässt sich einfach kein Kontakt aufbauen", weiß der Vereinsvorsitzende aus Erfahrung.

Was die Müllerleiles in Lomonossow erwarten würde, hatten sie vorher selbst nicht so genau gewusst. "Wir waren alle in Familien untergebracht, die sich im dortigen Partnerschaftsverein "Kalinka" engagieren", berichtet Elisabeth Müllerleile. Die Wohnverhältnisse hätten sie an ihre Kindheit in den fünfziger Jahren erinnert. "Es gibt keine zentrale Warmwasserversorgung, die Leitungen verlaufen über dem Putz, und in einer Vitrine im Wohnzimmer werden die berühmten Sammeltassen aufbewahrt." Außerdem hatte das Oberurseler Ehepaar eine unglaublich große Gastfreundschaft erfahren.

Die Stadt Lomonossow ist "erst" 300 Jahre alt und war ursprünglich eine Sommerresidenz aus der Zarenzeit. "Bis vor 20 Jahren war die Stadt selbst für Russen unzugänglich, da sich die Marine dort angesiedelt hatte und Forschungsprojekte betrieb", berichtet Christoph Müllerleile. Schon bald könnte die Stadt sich zum Tourismusmagneten entwickeln, da jedes Jahr immer mehr Leute nach St. Petersburg und Umgebung reisen, glaubt Müllerleile.

Die Idee, eine Partnerschaft aufzubauen, sei nicht von Oberursel ausgegangen, berichtet er. Vielmehr hätten die Lomonossower immer wieder den regen Austausch zwischen der Nachbarstadt Bad Homburg begeistert verfolgt und festgestellt: Das möchten wir auch. Oberursel bot sich a1s Partnerstadt an, da sie etwa gleich viele Einwohner hat wie Lomonossow. "Leider hat das Stadtparlament 1995 beschlossen, keine Partnerschaften mit osteuropäischen Ländern einzugehen, da es ja schon drei Partnerstädte, nämlich Rushmoor (England), Epinay (Frankreich) und Ursem (Niederlande), gab", erinnert sich Müllerleile. Der Partnerschaftsverein habe aber den Kontakt nicht einschlafen lassen wollen.

Es folgten immer wieder Besuche. 1995 kamen die Leiterin des städtischen Kulturamts von Lomonossow und die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins "Kalinka" nach Oberursel, 1997 und 1999 war eine Schultheatertruppe aus Lomonossow zur Internationalen Schultheaterwoche in der Taunusstadt zu Besuch.

Christoph Müllerleiles Eindruck nach seiner Russlandreise: "Die Voraussetzungen sind gut. Viele sprechen Deutsch oder Englisch, so dass man sich verständlich machen kann." Außerdem wachse das Vereinsleben in Lomonossow. "Es gibt zurzeit 15 Vereine, die alle großes Interesse signalisiert haben. Es lohnt sich also, eine dauerhafte Partnerschaft anzustreben. Es müsste nur schnell geschehen." Mit Städtepartnerschaften sei es eben wie mit der zukünftigen Ehefrau. Wenn die Verlobung zu lange dauere, setzte irgendwann die Enttäuschung ein.

"Ich habe bereits mit Bürgermeister Krämer gesprochen, und er steht der Partnerschaft offen gegenüber", so Müllerleile. Er hoffe, dass vielleicht schon 2003 die Partnerschaft besiegelt wird. "Allerdings ist dazu eine positive Entscheidung des Stadtparlaments notwendig." Eine Bürgerfahrt ist jedenfalls schon im Juli 2003, zu Beginn der Sommerferien, geplant.

(Aus: Taunus-Zeitung 11.7.2001, S. 18)

 

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